Ruderfahrt auf Spree und Dahme 2007

20. bis 24. August 2007

Bericht von Nicolas Michael

Kurzbeschreibung: Ruderfahrt, im Spreewald beginnend, als Rundfahrt auf Spree und Dahme. Gesamtstrecke: 205 Km.

Als Wanderruderwart des Berliner Ruder-Clubs habe ich in diesem Sommer eine Ruderfahrt für die Kinder im Club organisiert. Die Strecke ist gewissermaßen eine Zusammensetzung unserer Ruderfahrten Beeskow - Berlin und Lübben - Berlin aus den Jahren 1999 und 2000.


Originalbericht von Nicolas Michael
(www.berliner-ruder-club.de/jung-club/2007-wanderfahrt)

Gruppenfoto: Darius, Steffen, Nicolas, Otto

Eigentlich war die Spree-Dahme-Wanderruderfahrt für Kinder, Junioren und Senioren aus Jung- und Stamm-Club gedacht, fand aber nur bei den Kindern Interessenten. So kamen Alexander Lelidis, Tassilo Budde, Adam Larsen, Nicolas Michael als Fahrtleiter, Jurek Meister, Nikolai Steger, Lutz Schallopp als weiterer Betreuer und Hendrik Bartholomaeus (Foto v.l.n.r.) auf die Fahrt mit. Insgesamt zu acht bildeten wir zwei Bootsbesatzungen mit jeweils drei Ruderern und einem Steuermann, der Bugplatz wurde mit Gepäck vollgepackt, das wir in den Booten mitnahmen.

Puhlstrom Am Montag morgen brachte uns Matthias mit den Booten zu unserem Startpunkt Lübben im Spreewald. Nach dem Aufriggern waren wir gegen Mittag auf dem Wasser. Von der Hauptspree zweigten wir nach einigen Kilometern auf den Puhlstrom ab, den vermutlich spannendsten Flußabschnitt der Ruderfahrt. Der Steuermann hat hier auf dem engen Strom mit vielen 90-Grad-Kurven alle Hände voll zu tun, mit Steuern, Überziehen, Stoppen und Skull-Lang das Boot sicher durch die Engstellen und Kurven zu navigieren. Viel Spaß gemacht haben auch die Selbstbedienungs-Schleusen, die so klein sind, daß ein Doppelvierer mit Bug und Heck fast an den Schleusentoren anstößt, und bei denen man von Hand das Wasser in die Schleusenkammer einlassen und die Schleusentore öffnen und schließen muß. Am Nachmittag erreichten wir dann die Jugendherberge am Köthener See, unser erstes Quartier. Da es noch recht früh war, nutzten wir die Gelegenheit, im See zu baden und mit der Frisbee zu spielen (aber eben nicht Frisbee zu spielen).

In der Nacht zog ein heftiges Gewitter über uns hinweg, aber am Morgen hörte der Regen auf, und es blieb den ganzen Tag trocken. Heute ging es 47 Kilometer auf der Spree bis nach Beeskow, wo wir ein Luma-Quartier im Kanuclub hatten.

Köthener See Am Mittwoch führte uns die Strecke weiter auf der Spree nach Fürstenwalde zum dortigen Ruderclub. Mittags erwischte uns der einzige Gewitterschauer auf der ganzen Fahrt, ansonsten hatten wir trotz schlechter Wettervorhersagen immer trockenes und meist sogar sonniges Wetter. Beim Baden in der Spree am Abend verletzte sich Alex am Kopf und mußte anschließend mit ein paar Stichen genäht werden - die restlichen beiden Tage fuhr er daher größtenteils vorwärts im Boot.

Die vierte Etappe am Donnerstag war landschaftlich eine der schönsten: Die Müggelspree schlängelt sich durch Wiesen und Wälder und hat sogar etwas Strömung. Bei der langen Mittagspause konnten Lutz und ich dann beobachten, was doch ein elektrischer Zaun für eine Faszination auslösen kann... Gegen Abend erreichten wir dann den ESV Schmöckwitz am Stadtrand Berlins.

Müggelspree Am Freitag war früh aufstehen angesagt, da wir 48 Kilometer, 3 Schleusen und 2 Wehre zu bezwingen hatten und die Boote am Abend wieder zurück nach Berlin transportieren mußten. Um kurz nach acht waren wir daher schon auf dem Wasser. Heute ruderten wir zunächst über mehrere Seen, anschließend dann die Dahme bis nach Köthen. Eigentlich soll eine Wanderfahrt ja gemütlich sein, aber der Ehrgeiz ist dann doch zu groß, und so wurde auch heute wie an allen anderen Tagen gefiebert, wer denn diese Etappe gewinnen würde. Der Vorteil war, daß sich dadurch alle heute beim Umtragen an den Wehren - dank guter Gleiswagen kein Problem - freiwillig beeilten, was mir als Fahrtleiter natürlich sehr recht war. So hatten wir auch in Köthen bereits das eine Boot herausgenommen, bevor das zweite Boot angekommen war. Als der Hänger fertig beladen war, kam Kai, um uns und die Boote zurück nach Berlin zu bringen. Mit dem Abladen, Reinigen der Boote und Aufriggern endete am Freitag abend die Ruderfahrt, die allen Teilnehmern Spaß gemacht hat und sicherlich eine interessante Abwechslung und schöne Ergänzung zum Regattatraining war.

Tassilo, Hendrik, Adam, Nikolai, Jurek, Alexander
Tassilo, Hendrik, Adam, Nikolai, Jurek, Alexander

Streckenübersicht (5 Etappen, 205 Km)
Mo, 20.08.1. Lübben - Köthen22 Km3 Schl
Di, 21.08.2. Köthen - Beeskow47 Km5 Schl
Mi, 22.08.3. Beeskow - Fürstenwalde43 Km3 Schl + 1 Wehr
Do, 23.08.4. Fürstenwalde - Schmöckwitz45 Km1 Wehr
Fr, 24.08.5. Schmöckwitz - Köthen48 Km3 Schl + 2 Wehr


Information
Kartenmaterial:
  • Wassersport-Wanderatlas E5: Berlin-Brandenburg mit Spreewald, Jübermann-Kartographie u. Verlag, 1. Auflage 1999, ISBN 3-929540-56-8
Übernachtung:



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